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Glossar

Biodiversität
„Vielfalt des Lebens“ oder auch Artenvielfalt genannt. Gemeint sind neben der Vielfalt der Ökosysteme auf der Erde auch die genetische Vielfalt innerhalb der biologischen Arten und Populationen sowie der Artenreichtum in einem bestimmten Lebensraum. Im Hinblick auf unternehmerische Verantwortung wird Biodiversität unter dem Aspekt der Minderung der Artenvielfalt diskutiert, die unter anderem durch Einflüsse durch Menschen und Unternehmen verursacht wird.
Business Social Compliance Initiative (BSCI)
Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, überwiegend aus dem Konsumgüterbereich. Ihr Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen entlang der weltweiten Lieferketten zu verbessern. BSCI wurde im März 2003 durch den europäischen Außenhandelsverband Foreign Trade Association in Brüssel (Belgien) gegründet. Um Sozialstandards dauerhaft zu verankern, wurde der BSCI Verhaltenskodex verfasst. Die Mitgliedsunternehmen führen diesen Verhaltenskodex bei mindestens zwei Drittel ihrer Lieferanten ein und kontrollieren die Umsetzung und Beachtung des Kodex.
http://www.bsci-intl.org/
Carbon Disclosure Project (CDP)
Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine Non-Profit-Organisation, die 2000 gegründet wurde. Ziel des Projektes ist es, die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels auf Unternehmen besser bewerten zu können und die sich daraus ergebenden Risiken (Investitionen, Cash Flow, etc.) besser abschätzen zu können. Einmal pro Jahr erhebt das CDP im Auftrag der Investoren und mit Hilfe standardisierter Fragebögen Daten und Auskünfte zu Klimarisiken, CO2-Emissionen, Reduktionsstrategien und –zielen der teilnehmenden Unternehmen.
https://www.cdproject.net/en-US/Pages/HomePage.aspx
Carbon Footprint
Summe aller Treibhausgas-Emissionen, die im Lebenszyklus eines bestimmten Produktes anfallen (Product Carbon Footprint). Der Carbon Footprint wird somit als ein geeignetes Instrument angesehen, um die Klimawirksamkeit von Waren und Dienstleistungen zu bestimmen, zu bewerten und zu kommunizieren. CO2 dient dabei als Referenzsubstanz, sodass der Carbon Footprint in CO2-Equivalenten gemessen wird (CO2-e).
CO2-Fußabdruck
Kohlendioxid (CO2) ist neben Methan, Distickstoffmonoxid (Lachgas), Fluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid eines von insgesamt fünf im Kyoto-Protokoll reglementierten Treibhausgasen. Es ist geruchlos und unsichtbar und entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Der CO2-Fußabdruck ist die Summe aller direkten oder indirekten Kohlendioxid-Emissionen, die über die gesamte Lebensphase eines Produktes entstehen. Somit wird der CO2-Fußabdruck als geeignetes Instrument angesehen, um die Klimawirksamkeit von Waren und Dienstleistungen zu bestimmen, zu bewerten und zu kommunizieren. Aktuell gibt es noch keine international einheitliche Definition. So beziehen manche Berechnungen zum CO2-Fußabdruck auch andere Treibhausgase wie Methan, Distickstoffmonoxid (Lachgas), Fluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid in die Berechnung mit ein. CO2 dient dabei als Referenzsubstanz, sodass der CO2-Fußabdruck in CO2-Equivalenten gemessen wird (CO2-e).
Code of Conduct (CoC)
Compliance
Compliance steht im Deutschen für Regeltreue bzw. regelkonformes Verhalten. Compliance bezeichnet folglich die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch von freiwilligen Standards (z.B. FSC®) oder Verhaltenskodizes. Compliance ist ein Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung (Corporate Governance).
Corporate Governance (CG)
Corporate Governance umfasst die „Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung und -überwachung“. Ziel ist die Sicherung und Steigerung des Unternehmenswertes durch die Gewährleistung einer unabhängigen, wert- und erfolgsorientierten Unternehmensführung. Dabei geht es insbesondere um die Entscheidungsmaßstäbe und Verhaltenspflichten für Unternehmensorgane (z.B. Geschäftsführung, Beirat, etc.), die Implementierung dieser Organe in Unternehmensstrukturen und die Beziehung der Unternehmen zu ihren Anteilseigneren und Stakeholdern. Es gibt kein international einheitliches Regelwerk, sondern länderspezifische Regelungen.
http://www.corporate-governance-code.de/
Corporate Social Responsibility (CSR)
Corporate Social Repsonsibility meint die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Organisationen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus geht. CSR beschreibt die Verantwortung in den drei Dimensionen: Ökonomie (als Unternehmen so wirtschaften, dass man eine dauerhafte Erwerbsgrundlage bildet), Ökologie (so wirtschaften, dass Natur und Umwelt für nachfolgende Generationen erhalten bleiben) und Soziales (so wirtschaften, dass ein Beitrag zu einer dauerhaft zukunftsfähigen Gesellschaft geleistet wird, bezogen auf Mitarbeiter und das Gemeinwesen) Verantwortung. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist ein ständiger Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen (Stakeholder) des Unternehmens ratsam.
Demographischer Wandel
Demographischer Wandel beschreibt die Veränderung der Altersstruktur einer Gesellschaft, abhängig von Geburtenraten, Lebenserwartungen der Menschen und Emigration/ Immigration. Der demographische Wandel variiert weltweit: während industrialisierte Länder fallende Geburtenraten und steigende Lebenserwartungen verzeichnen, weisen Entwicklungs- und Schwellenländer steigende Geburtenraten auf. In Deutschland steht demographischer Wandel als Synonym für eine alternde Gesellschaft und deren Einfluss auf Arbeitswelt und Sozialsysteme.
Diskriminierung
Diskriminierung bezeichnet die ungleiche Behandlung bzw. Benachteilung von Individuen oder Gruppen, ohne dass es eine sachliche Rechfertigung gibt. Das Verbot der Diskriminierung leitet sich aus der Achtung der Menschenwürde ab. Das heißt, dass weder Geschlecht, noch sexuelle Orientierung, Religion, Rasse, ethnische Herkunft oder Weltanschauung zu einer ungleichen Behandlung eines Individuums oder einer Gruppe führen darf.
Diversity
Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)
EMAS wurde 1993 von der Europäischen Gemeinschaft als ein Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung entwickelt. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Umweltleistung zu verbessern und Umweltschutzmaßnahmen zu planen. Relevante Daten und Fakten zur Umweltleistung werden jährlich in einer Umwelterklärung veröffentlicht. Wird diese Erklärung durch einen unabhängigen Gutachter geprüft und validiert, erhält das Unternehmen eine Registrierung und darf das EMAS Logo zur Kommunikation nutzen. Der Aufbau eines Umweltmanagementsystems und die Abläufe entsprechen seit 2001 auch bei EMAS der ISO 14001 .
http://www.emas.de/ueber-emas/was-ist-emas/
Emissionen
Emissionen sind feste, flüssige oder gasförmige Stoffe, Strahlen, wärme oder auch Erschütterungen und Schall, die von einer bestimmten Quelle abgegeben werden. In der Regel haben Emissionen einen negativen Einfluss auf Umwelt und/oder Menschen (z.B. Rußpartikel, Feinstaub, radioaktive Strahlung). Häufig wird über Treibhausgas-Emissionen, u.a. CO2, aufgrund des negativen Einflusses auf das Klima, diskutiert. Unternehmen sind daher angehalten, jede Art von Emissionen, die durch Produktions- und Transportprozesse sowie während der Produktnutzungsphase verursacht werden, zu vermeiden bzw. zu minimieren.
Forest Stewardship Council® (FSC®)
Der Forest Stewardship Council® (FSC®) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft. Sie wurde 1993 in Folge der Umwelt-Konferenz von Rio de Janeiro (1992) mit Sitz in Bonn (Deutschland) gegründet. Sowohl Nicht-Regierungs-Organisationen (z.B: Greenpeace, WWF, RobinWood), als auch Unternehmen und Verbände sind FSC® Mitglieder und haben gemeinsam zehn weltweit einheitliche Prinzipien für eine umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Forstwirtschaft festgelegt. Die Einhaltung dieser Prinzipien wird durch die FSC®-Zertifizierung überprüft. Das FSC® Logo gilt damit als Gütesiegel und Nachweis für Produkte aus nachhaltig wirtschaftenden Bezugsquellen.
http://www.fsc-deutschland.de/
FSC® Chain-of-Custody-Zertifizierung
Die FSC® Chain-of-Custody-Zertifizierung ist der Nachweis über die lückenlose Kontrolle der Holzverarbeitungskette beispielsweise vom Forstbetrieb über das Zellstoffwerk und die Papierfabrik, zur Druckerei und Wellpappefabrik bis hin zum Produkthersteller und Verbraucher. Das FSC® Logo bestätigt dabei, dass in der Verarbeitungskette keine Vermischung zertifizierter und nicht-zertifizierter Holzprodukte stattgefunden hat und ermöglicht eine eindeutige Identifizierung der Ware.
Global Reporting Initiative (GRI)
Die Global Reporting Initiative (GRI) ist eine internationale, unabhängige Organisation, die Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten verfasst hat. Durch den GRI Leitfaden sollen Nachhaltigkeitsberichte vollständiger, transparenter, glaubwürdiger und vergleichbarer werden und sich an das Niveau von Finanzberichten annähern. Der GRI Standard wird kontinuierlich weiterentwickelt und bezieht dabei relevante Stakeholder (u.a. Firmen, Menschenrechts-, Umwelt-, Arbeits- und staatliche Organisationen) mit ein.
http://www.globalreporting.org/Home
Interessensgruppen / Stakeholder
Sammelbezeichnung für alle Personen, Institutionen oder Gruppen, die ein direktes oder indirektes Interesse am Unternehmen haben und durch die Aktivitäten der Unternehmen beeinflusst werden oder diese beeinflussen können. Hierzu gehören: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Eigentümer, Kapitalgeber sowie weitere relevante Partner des Unternehmensumfeldes (Verbände, Nicht-Regierungs-Organisationen, lokale Gemeinden). Ein verantwortungsvolles Unternehmen unterhält einen regelmäßigen Austausch (Stakeholder-Dialog) mit seinen relevanten Anspruchsgruppen, um deren Anforderungen zu kennen und entsprechend darauf reagieren zu können.
International Labour Organisation (ILO)
Die International Labour Organization (ILO) (dt.: Internationale Arbeitsorganisation) hat bereits 1919 ihre Tätigkeit aufgenommen und ist seit 1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN). Der Sitz der Organisation ist in Genf (Schweiz). Die ILO umfasst 182 Mitgliedsstaaten, die durch Regierungsvertreter sowie durch Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter repräsentiert werden. Ziel der ILO ist es, durch die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen aller Menschen den Weltfrieden zu sichern. Erreicht werden soll dies durch die Formulierung rechtsverbindlicher Übereinkommen und Konventionen sowie mithilfe der Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialnormen. Dabei bilden die sog. Kernarbeitsnormen die Basis der ILO Aktivitäten. Die acht Kernarbeitsnormen wurden 1998 niedergelegt und regeln die grundlegende Rechte der Arbeit, beispielsweise Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit sowie Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Auch Deutschland hat ebenso wie über 120 weiteren Staaten diese Kernarbeitsnormen ratifiziert. Die Mitgliedstaaten müssen der ILO regelmäßig über die Umsetzung der von ihnen ratifizierten Übereinkommen sowie über den Stand ihrer nationalen Gesetzgebung in Bezug auf das Arbeitsrecht und den Arbeitsschutz Bericht erstatten.
International Organization for Standardization (ISO)
Die International Organization for Standardization (ISO) (dt.: Internationale Organisation für Normung) ist die weltweite Vereinigung nationaler Normierungsorganisationen. Die ISO wurde 1961 gegründet und hat ihren Sitz in Genf (Schweiz). Es ist das Ziel der ISO Standards, einheitlich definierte Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen sicherzustellen, um so den weltweiten Handel zu erleichtern und eine Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und technischen Bereichen zu fördern.
http://www.iso.org/
ISO 14001
In der weltweit anerkannten Norm ISO 14001 sind Anforderungen an Umweltmanagementsysteme in mehreren Einzelnormen festgelegt. Sie dient Unternehmen als Leitfaden zum Aufbau eines Umweltmanagements, zur Entwicklung einer Umweltpolitik und zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung. Die Norm wurde 1996 erstmals veröffentlicht und 2004 zuletzt überarbeitet.
ISO 9001
Die Norm ISO 9001 beschreibt die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem. Sie wurde 1994 erstmals von der ISO veröffentlicht und zuletzt 2008 überarbeitet. Die Norm hat einen prozessorientierten Aufbau, beinhaltet Grundsätze für strukturierte Abläufe und Maßnahmen in Unternehmen. Ziel der Norm ist die kontinuierliche Verbesserung der internen Prozesse und die Unterstützung bei der Sicherstellung bzw. Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Die Zertifizierung nach ISO 9001 bescheinigt, dass die Organisation über Zielplanung sowie über organisierte und dokumentierte Arbeitsabläufe und Prozesse verfügt.
Kinderarbeit
Kinderarbeit liegt vor, wenn junge Arbeitnehmer unter dem gesetzlich festgelegten Mindestalter, vor Beendigung der Schulpflicht beziehungsweise vor Vollendung des 15. Lebensjahres (je nach nationalem Recht auch Vollendung des 14. Lebensjahres) in irgendeiner Art und Weise einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen. Sofern Kinder in ihrer Freizeit im elterlichen Betrieb arbeiten oder im Haushalt helfen, spricht man nicht von Kinderarbeit.
Klimaneutralität
Klimaneutral bedeutet, dass eine Sache emissionsfrei produziert, genutzt oder entsorgt wurde oder dass die entstandenen Emissionen an anderer Stelle eingespart werden. Als klimaneutral werden Unternehmen, Prozesse oder Produkte bezeichnet, deren Treibhausgasemissionen berechnet und durch den Ankauf von Emissionszertifikaten ausgeglichen werden. Durch diese Art der Kompensation der entstandenen Emissionen erfolgt dann eine Investition in ausgegebene Klimaschutzprojekte.
Klimawandel
Der Klimawandel bezeichnet die unnatürlich rasche und starke Veränderung des weltweiten Klimas. Erdgeschichtlich gesehen sind Schwankungen des Klimas normal, allerdings hat sich dieser Effekt durch den Einfluss des Menschen verstärkt. Insbesondere die Menge an Treibhausgasen wie zum Beispiel CO2, Methan und Stickstoffdioxid, die durch Industrie und Verkehr zunehmend steigen, gelten als Auslöser für den Klimawandel. Die erhöhte Konzentration der Treibhausgase bewirkt einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen der Erdatmosphäre, wodurch sich das Klima ungewöhnlich schnell verändert. Dies führt zu negativen Auswirkungen auf Natur wie beispielsweise vermehrte Stürme, Dürren und Überschwemmungen. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, agieren Politik, Wirtschaft und Verbraucher gemeinsam. Beispielsweise setzen sich viele Unternehmen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen ein und machen das Thema zu einem festen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.
Korruption
Korruption meint im Allgemeinen die Ausnutzung einer privaten oder öffentlichen Position zur persönlichen Bereicherung. Im Speziellen fallen unter diesen Begriff zum Beispiel die Zahlung und Annahme von Bestechungsgeldern und die Zurückhaltung finanzieller oder materieller Güter vor deren eigentlichen Adressaten. Korruption gilt als eines der Haupthindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung von Branchen und Ländern, da sie insbesondere einen fairen Wettbewerb behindert, höhere Kosten verursacht und zu einem Reputationsverlust führt. Unternehmen und andere Organisationen entwickeln daher verstärkt Anti-Korruptionsmaßnahmen wie zum Beispiel Verhaltensregeln und Sanktionen.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll ist Teil der 1997 in Kyoto (Japan) verabschiedeten Klimakonvention der Vereinten Nationen (UN). Ziel der Konvention ist die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dazu schreibt das Kyoto-Protokoll in den Industrieländern eine Verminderung der Treibhausgas-Emissionen um durchschnittlich 5% bis 2012 fest. Vergleichsbasis ist das Jahr 1990. Deutschland hat sich zu einer Verminderung um 21% verpflichtet. 2012 läuft die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls aus. Eine Einigung zur Fortsetzung des Prozesses konnte noch nicht erzielt werden (Stand Oktober 2011).
Lebenszyklusanalyse (auch: Ökobilanz)
Die Lebenszyklusanalyse analysiert im Hinblick auf Umweltaspekte den gesamten Ablauf eines Produktionssystems. Angefangen bei der Rohstoffgewinnung über alle Stationen des Produktlebenszyklus wie Design und Verarbeitung, Distribution und Nutzung des Produktes bis hin zu Recycling und Entsorgung werden sämtliche Umweltbelastungen erfasst. Ziel einer Lebenszyklusanalyse ist die stetige Überprüfung und Verbesserung von Abläufen sowie die Lösung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Probleme. Verantwortungsvolle Unternehmensführung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Unternehmen auch die Auswirkungen vor- und nachgelagerter Prozesse in die Analyse einbezieht. Diese Prozesse kann das Unternehmen in der Regel selbst nicht direkt steuern, sondern nur über den gemeinsamen Austausch mit Dritten indirekt beeinflussen.
Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS)
Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS) bezeichnet eine Verbrauchergruppe, die einen auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichteten Lebensstil führt und ihre Kaufentscheidungen bewusst entsprechend dieser Kriterien ausrichtet. Für LOHAS Verbraucher stehen Genuss und Werte wie beispielsweise Transparenz, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Moral, Tradition und Ganzheitlichkeit im Vordergrund. Die bewussten LOHAS Konsumenten haben durch die Macht ihrer Nachfrage einen großen Einfluss auf verantwortliche Unternehmenspolitik und Produkte.
Menschenrechte
Menschenrechte sind die Rechte, die alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Geschlecht, ihrer Religion oder irgendeinem anderen Status besitzen. Diese unveräußerlichen Menschenrechte sind zum Beispiel seit 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) festgeschrieben. Sie sind auch das Fundament vieler Grundgesetze und Verfassungen von Staaten. Nationale Regierungen sind nicht nur dazu verpflichtet, Menschenrechte wie das Verbot von Folter oder Sklaverei zu respektieren, sondern auch für deren Einhaltung aktiv einzuschreiten.
Nachhaltigkeit / Sustainability
Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: „Schlage nur so viel Holz, wie der Wald verkraften kann, so viel Holz, wie nachwachsen kann.“ (H.C. v. Carlowitz, 1713). Nachhaltigkeit bezeichnet somit die Nutzung eines regenerierbaren Systems, so dass es in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sich auf natürliche Weise erneuern kann. Das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung wurde 1987 im Brundtland-Bericht als eine Entwicklung definiert, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne dabei die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen. Dieser ursprünglichen Bedeutung der Erhaltung ökologischer Ressourcen fügt die Agenda 21 der UN die Verpflichtung hinzu, auch mit gesellschaftlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Aus diesen drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales leitet sich das so genannte "Drei-Säulen-Modell" der Nachhaltigkeit ab, also drei gleich gewichtete Dimensionen als solide Basis für eine zukunftsfähige, langfristige Entwicklung. Unternehmen kommt in allen diesen Dimensionen eine herausragende Verantwortung zu, wenn es darum geht, durch nachhaltiges Wirtschaften die Grundlagen einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu schaffen und zu bewahren.
Nachhaltigkeitsbericht
Mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsberichtes dokumentieren Unternehmen, Organisationen und Kommunen ihre sozialverträglichen und umweltschützenden Aktivitäten und Leistungen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Nachhaltigkeitsberichte sind eine Weiterentwicklung der Umweltberichte, die in den 1990er von vielen Unternehmen veröffentlicht wurden. Neben dem Geschäftsbericht bildet der Nachhaltigkeitsbericht einen wichtigen Bestandteil der Informationspolitik eines Unternehmens und sorgt für Transparenz gegenüber der interessierten Öffentlichkeit. Unternehmen berichten meist jährlich und in gedruckter Form über ihre Fortschritte in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales.
Nicht-Regierungs-Organisation (NRO)
Eine Nicht-Regierungs-Organisation (engl. Non-Governmental Organisation (NGO)) ist eine Organisation der Zivilgesellschaft, die sich eigenständig und unabhängig von staatlichen oder parteilichen Institutionen für soziale, ökologische oder ökonomische Interessen einsetzt, beispielsweise Vereine mit anerkannter Gemeinnützigkeit, Sportvereine, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände oder Bürgerinitiativen. Nicht-Regierungs-Organisationen sind wichtige Stakeholder für Unternehmen und staatliche Institutionen.
OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen
Die Organization for Economic Co-Operation and Development (OECD) (dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit Sitz in Paris, Frankreich, setzt sich für die Förderung eines langfristig angelegten, nachhaltigen Wirtschaftswachstums, Arbeitsplätzen sowie des Welthandels ein. Mit den OECD Leitsätzen für multinationale Unternehmen hat die Organisation Grundsätze für ein verantwortungsvolles und geltendem Recht entsprechendes, unternehmerisches Verhalten bei Auslandsinvestitionen festgelegt. Die Leitsätze beruhen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und haben keinen rechtlich bindenden Charakter. Die Regierungen fördern die Einhaltung dieser Leitsätze. Bei Verstößen kann bei einer von der Regierung eingerichteten nationalen Kontaktstelle Beschwerde gegen das Unternehmen eingelegt werden. In Deutschland ist diese Kontaktstelle beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie angesiedelt.
Oekoeffizienz
Ökoeffizienz ist eine Kennzahl, die den wirtschaftlichen Wert eines Produktes ins Verhältnis zu seinen Auswirkungen auf die Umwelt setzt. Dabei wird ein Produkt entlang seines Lebenszyklus betrachtet. Während der Herstellung, des Gebrauchs und der Entsorgung des Produktes sollen Material- und Energieverbrauch sowie der Schadstoffausstoß so gering wie möglich gehalten werden. Recyclingfähigkeit und der Einsatz wiederverwendeter Materialien sollen hingegen gesteigert werden. Gleichzeitig sollen die Produkte und Dienstleistungen preislich wettbewerbsfähig sein, menschliche Bedürfnisse befriedigen und Lebensqualität erhalten oder erhöhen. Mit einer Steigerung der Ökoeffizienz geht auch eine Steigerung der Umweltverträglichkeit einher.
OHSAS 18001
OHSAS (Organizational Health and Safety Assessment System) 18001 ist ein international anerkannter Standard für die Zertifizierung von Managementsystemen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Er wurde von einer Gruppe führender Zertifizierungs- und Standardisierungsorganisationen analog der Normen ISO 14001 und ISO 9001 entwickelt und hilft Unternehmen dabei, Arbeitsunfälle zu vermeiden und Anforderungen im Bereich der Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erfüllen. Das Managementsystem kann durch Gutachter auditiert werden. Bei bestandenem Audit wird ein Zertifikat ausgestellt.
Produktverantwortung
Produktverantwortung beschreibt die Pflicht von Unternehmen, Verantwortung für negative ökologische und soziale Auswirkungen bei der Beschaffung der Rohstoffe, im Herstellungsprozess, beim Transport, der Nutzung und der Verwertung der eigenen Produkte zu übernehmen. In erster Linie geht es darum, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Produktnutzung nicht zu Schaden kommen. In den letzten Jahren wurde der Begriff der Produktverantwortung gemäß der Philosophie des Produktlebenszyklus erweitert. Das heißt, dass bereits bei der Produktentwicklung auf eine ressourcenschonende Herstellung sowie auf die Recyclingeigenschaften geachtet wird, damit das Produkt nach der Nutzung entsprechend umweltverträglich verwertet werden kann. Darüber hinaus umfasst die Produktverantwortung auch die Aktivitäten von Zuliefererbetrieben. Das Unternehmen muss sicherstellen, dass bei Lieferanten ebenfalls Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.
Programme for the Endorsement of Forest Cerfication Schemes (PEFC)
Das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (PEFC) ist eine Dachorganisation, die nationale Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldbewirtschaftung weltweit anerkennt. Inhaltlich basierend auf internationalen Beschlüssen im Nachklang der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro, Brasilien (UNCED 1992), wurde der PEFC-Prozess 1998 von europäischen Waldbesitzern zusammen mit Vertretern der Holzwirtschaft initiiert. Der PEFC Council (PEFCC) als Dachorganisation wurde offiziell 1999 in Paris, Frankreich, gegründet. Der PEFCC bildet den Rahmen zur Anerkennung nationaler Zertifizierungssysteme und -initiativen. Das Technische Dokument des PEFCC definiert Anforderungen für Forstzertifizierungssysteme und Standards, die auf nationaler Ebene erfüllt sein müssen, um vom PEFC anerkannt zu werden.
http://www.pefc.org/
Resy-Zeichen
Das RESY-Symbol des Recyclingsystems RESY garantiert die stoffliche Wiederverwertung aller mit dem RESY-Zeichen gekennzeichneten Transport- und Umverpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe. Das auf den Verpackungen aufgedruckte RESY-Symbol bestätigt, dass das Material recyclingfähig ist und entsprechend von den RESY Partnern verwertet wird.
Risikomanagement
Das Risikomanagement dient der systematischen Erfassung und Bewertung organisationsinterner und -externer Risiken. Des Weiteren ist die Steuerung von Maßnahmen zur Risikominimierung bzw. -beseitigung Aufgabe des Risikomanagements. Risiken können Auswirkungen auf den Unternehmensgewinn, das Image und den Erhalt eines Unternehmens haben. Beispiele für organisationsinterne Risiken sind Liquiditätsrisiken, Mitarbeiterstreiks, Produktfehler, eine mangelnde Lieferfähigkeit oder Havarien mit Umweltauswirkungen. Darüber hinaus können Risiken für Unternehmen aus der Verletzung von Umwelt- und Sozialstandards in der Wertschöpfungskette entstehen. Externe Risiken betreffen unter anderem Naturgewalten, den Klimawandel und Wirtschaftskrisen.
Spenden
Spenden umfassen freiwillige Leistungen (Geld-, Sach- oder ehrenamtliche Zuwendungen) an Firmenfremde, die das Unternehmen ohne Gegenleistung gewährt sowie Beiträge für Mitgliedschaften in sozialen und kulturellen Vereinigungen. Spenden kommen damit einem gemeinnützigen Zweck zu Gute.
Sponsoring
Als Sponsoring werden Aktivitäten mit klarem geschäftpolitischem Interesse zu Werbe- und Kundenbindungszwecken, sowie Beiträge für Unternehmensverbände und entsprechende Mitgliedschaften auf freiwilliger Basis bezeichnet. Die Unterstützung ist in der Regel mit Gegenleistung verbunden, sprich, das fördernde Unternehmen bekommt die Möglichkeit der Selbstdarstellung, um die Ziele der Unternehmenskommunikation zu erreichen. Sport- und Kultursponsoring gelten als typische Sponsoringformen, zunehmend sind aber auch Sponsoringaktivitäten im Bereich von Wissenschaft und Hochschulen.
Stakeholder
Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX)
SEDEX steht für Supplier Ethical Data EXchange und ist eine englischsprachige Online-Plattform, auf der Mitgliedsunternehmen Informationen zu sozialen und ethischen Prozessen und Verhaltensweisen transparent offenlegen. Ziel der Plattform ist es, über die gesamte, weltweite Lieferkette hinweg für Transparenz zu sorgen und dadurch CSR Risiken in der Lieferkette besser einschätzen zu können und zu minimieren. Dabei veröffentlichen die bei SEDEX registrierten Unternehmen produktionsstandortbezogenen Informationen und Daten zu den Themen Arbeitsstandards, Arbeitssicherheit & Hygiene, Unternehmensintegrität und Umweltmanagement.
http://www.sedex.org.uk/
THIMM Social Responsibility (TSR)
THIMM Social Responsibility meint die unternehmerische Verantwortung von THIMM in den drei Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Die THIMM Gruppe hat innerhalb dieser drei Säulen vier eigene Handlungsfelder identifiziert:
Ökonomie: Handlungsfeld Markt
Ökologie: Handlungsfeld Umwelt & Prozesse
Soziales: Handlungsfeld Mitarbeiter
Soziales: Handlungsfeld Gemeinwesen
Mehr dazu unter: http://www.thimm.de/de/thimm-tsr.html
Transparenz
Transparenz beschreibt den Grad der Veröffentlichung von Informationen zu relevanten unternehmerischen Entscheidungen und Entscheidungsprozessen, Kennzahlen und Zielen. Hohe Transparenz bedeutet, dass Stakeholder umfassend, verständlich, nachprüfbar und über die gesetzlichen Anforderungen hinaus informiert werden. Wichtige Instrumente zur Offenlegung von Informationen sind Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte . Besonders letztere ermöglichen es interessierten Stakeholdern, die Leistung von Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales zu bewerten.
UN Global Compact
Der UN Global Compact ist das Corporate Social Responsibility Netzwerk der Vereinten Nationen (UN), das im Jahr 2000 initiiert wurde. Weltweit hat sich bereits eine Vielzahl an Unternehmen unter dem Dach des UN Global Compact versammelt. Sie verpflichten sich damit, die zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung (s. Korruption) einzuhalten und in ihre Unternehmensprozesse zu integrieren. Die Unternehmen müssen regelmäßig einen Bericht veröffentlichen, der über den Fortschritt der Implementierung der zehn Prinzipien informiert.
http://www.unglobalcompact.org/
VDW Öko-Signet
Das Öko-Signet wird Konsumgüterherstellern lizenzfrei vom Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) zur Verfügung gestellt, mit dem Zweck auf die positiven Umwelteigenschaften von Wellpappe hinzuweisen. Wellpappe wird aus den natürlichen Rohstoffen Papier und Stärkeleim produziert und ist somit vollständig recyclebar. Durch den Aufdruck des Öko-Signets wird die Nachhaltigkeit von Wellpappeverpackungen auch gegenüber dem Verbraucher verdeutlicht.
http://www.wellpappen-industrie.de/nachhaltigkeit/oekosignet.html
Verhaltenskodex / Code of Conduct
Sammlung von Verhaltensregeln bezogen auf ethische Werte, Gesetze und weitere Aspekte der unternehmerischen Verantwortung. Der Verhaltenskodex stellt eine Art Selbstverpflichtung dar. In einem internen Verhaltenskodex für Mitarbeiter ist das Verhalten untereinander sowie gegenüber Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, etc.) beschrieben. Ein externer Verhaltenskodex richtet sich hingegen beispielsweise an Lieferanten und fordert die Einhaltung bestimmter Regeln (z.B. Verbot von Korruption , Kinderarbeit, Diskriminierung, etc.). Der Verhaltenskodex stellt eine Verpflichtung zur Einhaltung der definierten Mindeststandards dar und hat in der Regel keinen rechtlich bindenden Charakter. Die Einhaltung des Kodex kann durch Audits geprüft werden und bei Abweichungen können Korrekturmaßnahmen oder auch Sanktionen eingeleitet werden. Bekannte Verhaltenskodizes: BSCI Code of Conduct, UN Global Compact
Vielfalt / Diversity
Vielfalt, engl. diversity, beschreibt den Respekt für die Individualität von Menschen und deren positive Wertschätzung. Ziel ist es, Diskriminierung zu verhindern, Chancengleichheit zu fördern und in Konsequenz eine positive Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Unter Vielfalt sind äußerliche Merkmale (z.B. Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Behinderung) ebenso wie individuelle Orientierungen (z.B. Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil) zu verstehen. Durch die Vielfalt in der Belegschaft kann die Problemlösungskompetenz erhöht, die Wettbewerbssituation verbessert und die Unternehmensattraktivität für potenzielle Mitarbeiter gesteigert werden.
Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU)
Das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der privaten Universität Witten/ Herdecke versteht sich als ein branchenübergreifendes Netzwerk aus Wissenschaft, Industrie und Handel, das den Austausch zu aktuellen Themen nachhaltiger Unternehmensführung in einem Kreis hochrangiger Vertreter aus dem Food-Bereich fördert. THIMM ist im ZNU der Top-Vertreter für das Segment Wellpappeverpackungen.
http://www.uni-wh.de/wirtschaft/zentrum-nachhaltige-unternehmensfuehrung-znu/

Teile dieses Glossars bestehen aus Auszügen des CSR Glossars des Bundesministerium für Arbeit und Soziales: CSR Glossar, http://www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/6150/__glossar.html