E-Food Praxistest: Lebensmittel im Onlinehandel

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E-Food im Praxistest: Der stetig wachsende Onlinehandel hat sich längst in unserem Alltag etabliert. Es gibt kaum Produkte, die man nicht über wenige Mausklicks an die Haustür geliefert bekommt. In den letzten Jahren haben Lebensmittel im Onlinehandel immer mehr an Bedeutung gewonnen. Bei solchen Lebensmitteln, die über digitale Vertriebskanäle bestellt werden, spricht man von E-Food (Electronic-Food). THIMM führte einen Praxistest für E-Food durch: informieren Sie sich hier über die Test-Ergebnisse!

E-Food-Praxistest in der Vorgehensweise
E-Food im Praxistest: Keyfacts

E-Food im Praxistest: Die Vorgehensweise

Um zu überprüfen, mit welchen Verpackungskonzepten die unterschiedlichen Anforderungen beim Versand von E-Food bewältigt werden, teilten wir unsere bestellten Lebensmittel in vier verschiedene E-Food-Kategorien ein:

  • Lebensmittel des täglichen Bedarfs mit einem simulierten alltäglichen Warenkorb aus frischem Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse, Molkereiprodukte, Tiefkühlprodukte und Chips
  • Tiefkühlprodukte bestehend aus Obst, Gemüse, Backwa­ren, Torten, Speiseeis, Fleisch und Fisch
  • frischer Fisch
  • frisches Hackfleisch

Die Anforderung bei E-Food des täglichen Bedarfs besteht darin, unterschiedliche Produktanforderungen innerhalb einer gemeinsamen Verpackung zu erfüllen. Tiefkühlprodukte tauen auf, wenn diese in einem nicht geeigneten Verpackungskonzept versendet werden. Frischer Fisch und frisches Hackfleisch wurden bestellt, um den Versand von sehr leicht verderblichen Lebensmitteln bewerten zu können. Der E-Food-Praxistest wurde in 24 Onlineshops durchgeführt. Dazu zählten Onlineshops von regionalen und überregionalen Anbietern, sowie ein regionaler Supermarkt.

E-Food im Versand: Worauf kommt es Konsumenten an?

Ein großer Vorteil beim Onlinekauf von Lebensmitteln ist das bequeme Einkaufen von Zuhause. Damit der Konsument die Versandverpackung mit E-Food entgegen nehmen kann, muss der avisierte Liefertermin von den E-Food-Onlinehändlern sowie von den Paketzustellern eingehalten werden. Die Anlieferzeit ist von großer Bedeutung. Gerade bei verderblichen Lebensmitteln kann die E-Food-Qualität durch eine unterbrochene Kühlkette beeinträchtigt werden.
Auch die Höhe der Versandkosten hat beim E-Food-Onlinekauf einen großen Einfluss auf die Kaufentscheidung.

E-Food-Liefertermine im Praxistest

27 Prozent der E-Food Bestellungen wurden außerhalb der vereinbarten Anlieferzeiten zugestellt. 43 Prozent der zu spät gelieferten Versandverpackungen mit E-Food kamen sogar erst am Folgetag an. In diesen Fällen muss der Versandkarton die gelieferten Lebensmittel mehrere zusätzliche Stunden richtig temperieren und gegen entstehende Feuchtigkeit im Inneren der E-Food-Verpackung schützen.

E-Food Lieferkosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten

Die Versandkosten für E-Food betrugen durchschnittlich 8,19 Euro und lagen insgesamt zwischen 0,00 Euro und 23,95 Euro. Einige Onlineshops verlangten Zusatzkosten von durchschnittlich 5,00 Euro für die Kühlung von E-Food. Die Lieferkosten, bestehend aus den Zusatz- und Versandkosten, betrugen über ein Viertel der Gesamtkosten. Die höchsten Lieferkosten für E-Food betrugen in der Kategorie Hackfleisch 16,80 Euro, welche in diesem Fall 74 Prozent der E-Food Gesamtkosten ausmachten.

Versandarten im E-Food-Praxistest

Für die Planung und Durchführung des E-Food Praxistests wurde durch uns immer der Expressversand bis 12 Uhr gewählt, sofern dieser angeboten wurde. Die Versandart „Sonderform“ für E-Food wurde uns von zwei großen Einzelhandelsketten angeboten. Ein öffentlicher Paketzusteller transportierte die kühlpflichtigen Lebensmittel in Mehrwegbehältern in einem kühlenden Lieferwagen. Die Besonderheit war, dass das E-Food beim Eintreffen der Bestellung in Papiertüten verpackt war. Die regionalen Onlineshops und ein regionaler Supermarkt versendeten E-Food durch einen eigenen Lieferservice. Darüber hinaus kamen die E-Food Bestellungen über den Postversand.

E-Food: Der erste Eindruck zählt

Beim Onlinekauf ist ein wichtiger Kundenkontaktpunkt der Versandkarton. Der Konsument bestellt E-Food online und freut sich auf die Zustellung. Wenn der äußere Zustand des Kartons bereits Mängel aufweist, wird die E-Food-Verpackung meist mit einem unguten Gefühl geöffnet. Der Grund für Beschädigungen kann neben einer eventuell unsachgemäßen Behandlung beim Transport auch eine qualitativ und konstruktiv unzureichende Versandverpackung sein.

Ergebnisse im E-Food Praxistest: 14 von 29 Versandverpackungen wiesen Beschädigungen auf. Hierzu zählten eingedrückte Ecken, Löcher, Risse, Kratzer oder Kartons, die feucht und aufgeweicht waren.
Nahezu alle Versandkartonagen für E-Food wurden durch ein Logo oder bedrucktes Klebeband als Markenbotschafter genutzt. Über QR-Codes wurde häufig auf die E-Food-Onlineshops verwiesen. Außerdem wurden Hinweise aufgedruckt, die Informationen für den Paketzusteller lieferten: z.B. zum Ausliefertermin, zur Bruchgefahr oder zur notwendigen Kühlung. Weitere Hinweise informierten den Konsumenten zu den gelieferten Lebensmitteln sowie zum Recycling der Versandkartons.

Beschädigungen von E-Food

Von allen erhaltenen Lebensmitteln wiesen 78 Prozent einen guten optischen Zustand auf. In dem Praxistest waren in jeder zweiten Fasergussverpackung zerbrochene Eier, obwohl manche mit zusätzlichem Schaumstoff stoßdämpfend gesichert wurden. Die Hälfte der Kopfsalate war zu beanstanden. Die Salatblätter sahen welk aus und wiesen dunkle Ränder auf. Zwei von acht Joghurtbechern waren während des Transports aufgeplatzt und verunreinigten die Versandkartonage sowie den Inhalt.

Was erwarten E-Food-Konsumenten?
Der Konsument kann vor dem Onlinekauf die Lebensmittel nicht selbst begutachten. Er erwartet die Einhaltung der Qualitätskriterien vom E-Food-Händler. Er bleibt nur dauerhaft Kunde, wenn der Zustand von E-Food seinen Erwartungen entspricht.

Umweltfreundliche E-Food Verpackungen

Häufig stellt die Entsorgung von Verpackungsabfall die Konsumenten vor eine große Herausforderung. Weniger ist daher mehr! Zudem rückt das Thema Nachhaltigkeit immer weiter in den Vordergrund. Viele Konsumenten legen großen Wert auf umweltfreundliche Verpackungen. Onlineshops, die E-Food nachhaltig und materialeffizient versenden, leisten zu dem einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

E-Food im Praxistest: Anteil des Verpackungsmaterials
Der Gewichtsanteil der E-Food-Verpackungen betrug durchschnittlich 38 Prozent des Gesamtgewichts. Der Anteil des Verpackungsmaterials hing dabei unmittelbar mit dem Gewicht des E-Foods zusammen. Je mehr Lebensmittel sich in einer Kartonage befanden, desto geringer war der Anteil des Verpackungsmaterials. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn nur sehr wenige Lebensmittel bestellt wurden, war der Anteil des Verpackungsmaterials sehr hoch. Bei den Einzelbestellungen von Fisch und Hackfleisch fielen durchschnittlich knapp fünf Kilogramm Verpackungsmaterial pro Kilogramm Lebensmittel an.

Temperaturen beim E-Food-Versand

Nicht nur im stationären Einzelhandel, sondern auch im Onlinehandel muss die Kühlkette von Lebensmitteln bis zur Übergabe an den Konsumenten eingehalten werden. Nur bei einer lückenlosen Kühlung von Lebensmitteln kann die vom Erzeuger versprochene Qualität und Haltbarkeitsdauer garantiert werden.
Wird die Kühlung bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fleisch, Fisch oder Wurst unterbrochen, können sich Keime, Bakterien und Krankheitserreger nach kurzer Zeit schon exponentiell vermehren und gesundheitsschädliche Folgen sind nicht auszuschließen. Die Einhaltung der Kühlkette bildet somit auch bei E-Food, eine zentrale Herausforderung. Die Schwierigkeit bei E-Food besteht vor allem bei der Bewältigung der letzten Meile, welche den letzten Abschnitt der Auslieferung bis zum Konsumenten darstellt. Daher ist es notwendig, dass E-Food mit einem geeigneten Verpackungskonzept versendet wird, welches auf die Prozesse des jeweiligen Paketzustellers abgestimmt ist.

Temperaturprüfungen im E-Food-Praxistest
Um herauszufinden, ob die Lebensmittel durch die verwendeten Verpackungslösungen vorschriftsmäßig gekühlt beim Konsumenten ankommen, wurden im Rahmen des Praxistests die Temperaturen der gelieferten Lebensmittel gemessen.

Unmittelbar nach Erhalt der Bestellungen wurden die Kern- und Oberflächentemperaturen von E-Food mit einem Kernthermometer und einem Infrarot-Temperaturmessgerät ermittelt. Der Praxistest wurde zur kalten Jahreszeit mit einer Außentemperatur um den Gefrierpunkt durchgeführt.
Für viele Lebensmittel gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Temperatur für Lagerung und Transport. 44 Prozent des E-Foods wurden im Praxistest nicht ausreichend gekühlt. In der Kategorie Lebensmittel des täglichen Bedarfs wurden bei Tiefkühlpizza, Wurst und Tiefkühlobst die schlechtesten Werte gemessen. Vor allem die Tiefkühlprodukte waren häufig nicht ausreichend gekühlt. Beispielsweise wurde eine Tiefkühlpizza mit einer Kerntemperatur von -0,7 Grad Celsius geliefert, die somit fast vollständig aufgetaut war. Zudem fiel auf, dass frisches Fleisch und frische Wurst zwar die gleichen Temperaturvorgaben haben, jedoch Fleisch viel besser gekühlt wurde.

In der Kategorie der Tiefkühlprodukte schaffte es nur ein E-Food Onlineshop alle Lebensmittel kühler als -18 Grad Celsius anzuliefern. Ein E-Food Onlineshop konnte keines der tiefgekühlten Lebensmittel unter der vorgegebenen Temperatur zustellen. Alle anderen E-Food Onlineshops schafften es, mindestens ein Lebensmittel ausreichend kühl zu temperieren.

Insgesamt wurden nur fünf der 24 E-Food Bestellungen innerhalb der rechtlich zulässigen Temperatur geliefert.

Testergebnisse beim E-Food Versand von Hackfleisch

Die Kerntemperatur von Hackfleisch darf bei Lagerung und Beförderung nicht über +2 Grad Celsius betragen. Drei von sieben E-Food Onlineshops konnten bei der Lieferung diese Vorgaben einhalten.
Bei zwei Bestellungen war das Hackfleisch nicht frisch sondern tiefgefroren. Bei den E-Food Onlineshops wurde bei der Bestellung nicht deutlich gekennzeichnet, dass das Hackfleisch gefroren geliefert wird. Auf der Website eines E-Food Onlineshops ist im Kleingedruckten zu lesen, dass das Fleisch „in Ausnahmefällen und nach Witterung vor dem Versand evtl. schockgefrostet wird." Was hier genau einen Ausnahmefall darstellte, blieb ungeklärt. Für tiefgefrorenes Hackfleisch gilt eine vorgegebene erforderliche Temperatur von -18 Grad Celsius. Die Temperaturmessungen der beiden E-Food Bestellungen betrugen rund -5 Grad Celsius. Das Hackfleisch wurde bei diesen beiden E-Food Anbietern mit kühlenden Gel-Packs geliefert. Tiefgekühlte Lebensmittel der anderen Kategorien wurden im Praxistest immer mit Trockeneis versendet. Insgesamt wurden 57 Prozent der getesteten E-Food Lieferungen mit Hackfleisch über der vorgegebenen Höchsttemperatur angeliefert.

Verpackungsmaterialien für E-Food – Anforderungen der Konsumenten

E-Food sollte auf dem Weg zum Konsumenten frisch bleiben. E-Food muss gegen äußere Einflüsse und gegen Feuchtigkeit im Inneren der Versandverpackung geschützt werden. Um dies zu erreichen, muss die Isolation der Verpackung auf die Kühlmittel für die jeweiligen Lebensmittel abgestimmt sein. Bei der Auswahl des Packstoffs für E-Food ist darüber hinaus die Zulässigkeit für den Lebensmitteldirektkontakt zu beachten.
Durch das verwendete Verpackungsmaterial sollte für den Konsumenten außerdem so wenig Entsorgungsaufwand wie möglich entstehen. Zudem sollten die Kosten für die E-Food-Verpackungen möglichst gering sein.

Isolierung und Kühlelemente für E-Food

Die Wirksamkeit eines Kühlkonzepts für E-Food hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen neben dem Material für die Isolierung auch die Art und Anzahl der Kühlelemente, sowie deren Positionierung innerhalb der Versandverpackung.
In dem E-Food-Praxistest haben die Onlineshops zur Isolierung folgende Materialien verwendet:

  • expandiertes Polystyrol (EPS)
  • Wellpappe
  • doppelwandige Kunststoffbeutel
  • aluminiumbeschichtete Luftpolsterfolie
  • Hanf
  • Schafwolle
  • recyceltes Altpapier

In der Kategorie frischer Fisch wurden 86 Prozent der Bestellungen mit EPS isoliert.
Die Onlineshops verwendeten zur Kühlung von E-Food folgende Kühlelemente:

  • Kühlakkus aus Hartkunststoff
  • Gel-Packs
  • lce-Packs
  • Trockeneis

Die Hälfte der Versandverpackungen wurde mit Gel-Packs angeliefert. Tiefkühlprodukte wurden immer mit Trockeneis gekühlt.
E-Food, das mit einer aluminiumbeschichteten Luftpolsterfolie verpackt wurde, gehörte zu den am besten gekühlten Lebensmitteln. Bei diesem lsolationsmaterial wurden in der Kategorie der Lebensmittel des täglichen Bedarfs Kühlakkus aus Hartkunststoff verwendet. In der Kategorie der Tiefkühlprodukte wurde mit Trockeneis gekühlt.

Materialien für die E-Food Versandverpackungen

Wellpappe wurde als häufigstes Material für die Versandverpackungen verwendet. EPS wurde als eigenständige Versandverpackung oder in einem zusätzlichen Versandkarton aus Wellpappe versendet. Die Temperaturprüfungen zeigten, dass 50 Prozent der EPS-Boxen ausreichend gekühlt ankamen. Insbesondere wurden bei regionalen E-Food Onlineshops und einem regionalen Supermarkt die Bestellungen ohne Isolierung und Kühlelemente versendet. Hier wurden das bestellte E-Food mit einem eigenen Lieferservice und nicht durch einen externen Paketzusteller angeliefert.

Fazit vom E-Food Praxistest

Fazit vom E-Food Praxistest

In dem E-Food-Praxistest wurde festgestellt, dass es auffallend wenige fehlerfreie Konzepte beim Onlineversand von Lebensmitteln gab. Einige E-Food-Bestellungen wurden außerhalb der vereinbarten Anlieferzeiten zugestellt. Davon wurde ein Teil erst am Folgetag angeliefert. E-Food Onlineshops und Paketzusteller benötigen daher ein besseres Zeitmanagement bei der Terminierung und Auslieferung der Bestellungen.

Meist war der Anteil des eingesetzten Verpackungsmaterials für E-Food sehr hoch. Häufig wurde die Versandverpackung nicht der Größe des jeweiligen E-Foods angepasst. Bei sensiblen Lebensmitteln wurde nicht ausreichend auf die Positionierung und Polsterung in der Versandverpackung geachtet. Dabei wurden Schäden am E-Food verursacht.

Die Temperaturprüfungen zeigten, dass viele Lebensmittel nicht ausreichend gekühlt geliefert wurden. Die Defizite zeigten sich oft bei der Temperatureinhaltung von E-Food mit verschiedenen Anforderungen innerhalb einer Versandverpackung. Vor allem Tiefkühlprodukte waren häufig nicht ausreichend gefroren. Die Schwierigkeiten zeigten sich dabei nicht am Beibehalten der niedrigen Temperatur, sondern an ihrer gleichmäßigen Verteilung im Paket.

In Versandverpackungen ohne ausreichenden lsolationsschutz und abgestimmter Kühlung kann die Kühlkette von E-Food nicht eingehalten werden. Versandverpackungen ohne Isolierung und ohne Kühlelemente haben bei den Temperaturprüfungen sehr viel schlechter abgeschnitten. Die Isolation und Kühlung muss entweder in der E-Food-Verpackung oder durch aktive Kühlung im Lieferwagen erfolgen.

E-Food-Onlinehändler sollten hinsichtlich der zulässigen Materialien und Vorgaben für Temperaturen beim Umgang mit Lebensmitteln sensibler werden.

Sollten Sie Fragen zu unserem durchgeführten Praxistest haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Sprechen Sie uns einfach an.
Sollten Sie auf der Suche nach Verpackungslösungen für E-Food sein, stöbern Sie gern in unserer Produktgalerie.

 

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